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Vergleichsarbeiten: Früheinschulung und JüL gehören auf Prüfstand

02.09.2010

Expertin fordert Aufspaltung der Jahrgänge zur Förderung der „Nulltklässler“

Das schlechte Abschneiden von Berlins Drittklässlern bei den bundesweiten Vergleichsarbeiten in Mathe und Deutsch hat nicht nur die Leistungen der Schüler abgestraft, sondern legt vor allem Fehler in der Durchführung der mannigfaltigen Schulreformen offen. Darauf weist in der Diskussion um die Vera 3-Tests die Gründerin und Pädagogische Leiterin des Lernwerks, Swantje Goldbach hin.

So seien die schwachen Ergebnisse auch eine Konsequenz der Früheinschulung. „Eine Erstklässlerin, die mit fünfeinhalb Jahren eingeschult wird, heißt sie nun Charlotte oder Neshe, kann natürlich weniger als ihre Schulkameraden aus Potsdam, die bis zu einem Jahr älter sind. Und auch wenn es der Bildungssenator nicht wahr haben will: das bleibt so!“, weist die Expertin auf die Problematik der Früheinschulung hin, die in der Analyse ihrer Meinung nach völlig unterschlagen wird. Das Lernwerk, Berlins erste Nachhilfereformschule, verzeichnet seit der Einführung der Früheinschulung einen starken Zulauf von Jungen und Mädchen aus der Grundschule.

Die Berliner Ergebnisse würden schwarz auf weiß belegen, dass viele junge Schüler, statt in die dritte Klasse versetzt zu werden, eigentlich noch in die zweite Klasse gehören.  Ein Verbleiben in der Klasse, ist aber oft weder von den Eltern noch von Seiten der Schule erwünscht, weiß Swantje Goldbach aus Erfahrung.

Um die altersbedingten Defizite im normalen Schulalltag aufzufangen, schlägt die Pädagogin vor, das umstrittene jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) in zwei Stufen aufzugliedern. Statt die Erstklässler, darunter auch die „Frühchen“ mit den Zweit- und Drittklässlern zu mischen, empfiehlt sie, die sehr jungen Kinder, die sie „Nulltklässler“ nennt, mit den regulären Erstklässlern zu unterrichten. Eine weitere Einheit könnten dann die Zweit- und Drittklässler bilden. „Diese Aufteilung würden den Kleinen zu Gute kommen, die mit Sicherheit bei Vera besser abschneiden, als es die jetzt so überforderten Schüler tun“, ist Swantje Goldbach überzeugt.

Der Regierende  Bürgermeister, Klaus Wowereit, hat dafür plädiert, Reformen mehr Zeit zu geben. Der „Tagesspiegel“ zitierte ihn aber gleichzeitig mit den Worten:  „Ich persönlich hatte schon immer eine innere Sperre gegen Jahrgangs übergreifendes Lernen“.