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Trend Rückstellungen: Lernwerk bedauert Früheinschulungspolitik

04.10.2012

Zum ersten Mal seit der Schulreform sind in diesem Jahr mehr als zehn Prozent der schulpflichtigen Kinder auf Antrag der Eltern nicht eingeschult, sondern zurückgestellt worden. Wie „Der Tagesspiegel“ schreibt, ist die Zahl auf 2.640 Jungen und Mädchen angestiegen und hat sich damit innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt. Die Eltern kehren sich damit von der Früheinschulungsrichtlinie des Senats ab. Sechs Wochen nach der Einschulung betreut unterdessen die Berliner Reformnachhilfeschule Lernwerk zu jung eingeschulte Erstklässler, die bereits jetzt an der Schule scheitern. Vor allem Eltern von Kindern, deren Grundschule das jahrgangsübergreifende Lernen und damit das sanfte Verweilen im Klassenverbund abgeschafft haben, sind am Verzweifeln. Das Lernwerk rät in solchen Fällen dazu, sich beraten zu lassen, ob Alternativen offen stehen.

Swantje Goldbach, Gründerin und Pädagogische Leiterin vom Lernwerk, kritisiert seit Jahren die Früheinschulungspolitik des Berliner Senats. „Ein Kind, das vor seiner Zeit eingeschult wird, wird im Klassenzimmer nicht schulreif. Im Gegenteil: Ein zu früh eingeschultes Kind wird sich immer nur abwenden von Buchstaben und Zahlen“, weiß die Expertin aus Erfahrung.

Sorge bereitet Swantje Goldbach vor allem, dass 70 Grundschulen JüL aufgegeben haben. Das jahrgangsübergreifende Lernen war mit der Früheinschulung eingeführt worden. Lernschwächere Kinder konnten mit dem Modell in der Klasse verweilen. Ohne JüL werden diese Kinder wider besseres Wissen mitgeschleift.

Unverständlich ist für sie nach wie vor, warum Berlin das erfolgreiche System der Vorschulen einst über Bord geworfen hat.