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Schul-Rückstellungen und die Abkehr von JüL:

07.09.2011

Grundschulen müssen jetzt mit Vorschule reagieren. Lern-Expertin Swantje Goldbach stellt grundsätzlich die Früheinschulung in Frage

Nach Recherchen der „Berliner Morgenpost“ wird beinahe jedes zehnte Kind in Berlin mangels Schulreife ein Jahr später als es der Senat will, eingeschult. Die Initiative zur Rückstellung geht dabei meist von den Eltern aus, beobachtet die Reformnachhilfeschule Lernwerk. Die Pädagogen, die seit Einführung der Früheinschulung auch Erst-und Zweitklässler fördern, plädieren vor den aktuellen Zahlen erneut für die Wiedereinführung der Vorschule. Auch die breite Front der Grundschulen, die aus dem Jahrgangsübergreifenden Lernen aussteigen wollen, zwinge zu einem grundlegenden Überdenken der Schulstartphase.

„Wenn jetzt Tausende junger Kinder zurückgestellt werden und gleichzeitig jede fünfte Grundschule JüL aufgeben will, dann kann etwas mit dem System derFrüheinschulung, wie es Berlin handhabt, nicht stimmen“, sagt die Pädagogische Leiterin vom Lernwerk, die von Beginn an davor warnte, dass Schulen und Lehrer nicht ausreichend für die Aufgabe unterstützt werden, um auch ganz junge Kinder in die erste Klasse zu integrieren. Sie fordert die Wiedereinführung der Vorschulen oder gleich die Abschaffung der
Früheinschulung. „Eltern, Amtsärzte und Schulen hebeln die angestrebten Reformen aus. Wenn nicht jetzt, wann dann sollte auch der Bildungssenator sie überdenken?“, so die Expertin.

Als besonders problematisch sieht sie die Schulchancen der kleinen Kinder, deren Eltern nicht auf eigenes Drängen eine Aufschiebung der Einschulung erwirken. 70 Grundschulen wollen JüL ab nächsten Sommer abschaffen. Das heißt: Junge Schüler können dann nicht mehr im altersgemischten Klassenverband verbleiben, sondern werden schon in der Grundschule zu Sitzenbleibern. Ein schulisches Desaster, das nur die Wiedereinführung der einst bewährten Vorschulen oder die Aufgabe der Früheinschulung verhindern kann, so die Expertin. Oder eben die vernünftige Umsetzen von JüL mit schulreifen Kinder der ersten und zweiten Klasse.