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„Nicht jedes bewegungsfreudige impulsive Kind hat ADHS“

17.10.2013

Swantje Goldbach zum Kinofilm „KopfÜber“

Diagnose ADHS und die grundsätzliche Frage: Wie damit leben?

Berlin, 17. Oktober 2013

Am 7. November startet der mit dem Prädikat „Wertvoll“ ausgezeichnete Kinofilm „KopfÜber“. Das hochaktuelle Thema ADHS soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Nachdenken anregen. Der Spielfilm wird aus der Perspektive des Hauptakteurs Sascha erzählt, die Figur entwickelte Regisseur Bernd Sahling nach realen Vorbildern.

Buchstabensuppe im Kopf

Sascha ist ein ungestümer Charakter. Er liebt es mit seiner Freundin Elli die Gegend zu erkunden oder an seinem Fahrrad herumzubasteln. Jedoch hat er nichts als „Buchstabensuppe im Kopf“ und sein Hang, Grenzen auszutesten, bringt seine Mutter an ihre Grenze der Belastbarkeit. Hilfe findet sie beim Jugendamt und im Erziehungsbeistand. Der Besuch bei der Ärztin schafft Gewissheit: Sascha hat ADHS. Aber wie soll sie mit der Diagnose umgehen? „KopfÜber“ entlässt den Betrachter mit vielen Fragen, zweifelt gängige Lösungen an …

Was könnte geändert werden?

Swantje Goldbach, pädagogische Leiterin vom LERNWERK, hat den „KopfÜber“ vorab gesehen und freut sich, dass der Film die Diskussion über die Medikation bei ADHS anregt. „Allzu oft werden Kindern Medikamente gegeben, ohne dass alle Maßnahmen vorher ausgeschöpft wurden. Das zeigt sich auch in diesem Film: Einmal im Monat die Therapeutin aufzusuchen ist keine echte Therapie. Sprachlosigkeit, falsche Ernährung, schlechte Vorbilder, eigentümliches Vorgehen in der Schule – mit all dem wurde Sascha konfrontiert. Die Frage ist doch: Was könnte hier geändert werden?

Impulsiv heißt nicht gleich ADHS

Es ist mir auch wichtig zu erwähnen, dass nicht jedes Kind, das bewegungsfreudig und impulsiv ist, ADHS hat und nicht jedes ADHS-Kind gleich kriminell wird. Wir erleben im Lernwerk immer wieder, dass Kinder unter Medikamenten traurig werden, nicht essen können und keinen Tatendrang haben. Einer meiner Schüler erklärte mir, dass er sich einen Zettel geschrieben hat, auf dem steht: „Ich bin nicht wirklich traurig, das ist nur mein Medikament. Ab 16 Uhr kann ich wieder essen und lachen.“

„KopfÜber“ startet am 7. November 2013 im Filmverleih alpha medienkontor, die Medienkoordination übernimmt die ZOOM MEDIENFABRIK GmbH, Telefon 0341 30 38 39 0.

Für Interviews mit Swantje Goldbach wenden Sie sich bitte an Susan Bäthge: susan.baethge@berlin.de, Tel.: 0172 384 5454,