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Kiekmal: Stress mit den Hausaufgaben muss nicht sein!

01.03.2010

Sie sind bei Schülern und Eltern täglich Gesprächsthema und sorgen nicht selten für ordentlich Zündstoff: die HAUSAUFGABEN. Die einen finden sie sinnlos, andere sind damit überfordert und eigentlich meint jeder, dass es immer viel zu viele sind. – Wir sprachen darüber mit Fachfrau Swantje Goldbach. Sie ist Pädagogin und Leiterin der bekannten Nachhilfeschule LERNWERK, die in ganz Berlin vertreten ist.

Frau Goldbach, sind Hausaufgaben sinnvoll oder holen die Kinder zu Hause nach, was in der Schule nicht geschafft wurde?

Wenn die Kinder dadurch lernen, selbstständig zu arbeiten, wenn sie das Lernen lerne, ist das durchaus sinnvoll. Aufgaben, die ergänzend zum Ausprobieren ermuntern, können ja auch Spaß machen. Daran kann das Kind wachsen. In der Realität ist es aber so, dass die Kinder den Unterricht auf ermüdende Weise wiederholen müssen. Oder sie müssen tatsächlich den Stoff alleine angehen, der im Unterricht nicht geschafft wurde. Das darf nicht sein.

Kinder und Eltern sind oft der Meinung, dass es zu viele Hausaufgaben gibt. Was ist angemessen? Gibt es gesetzliche Grundlagen?

In Berlin gibt es kein Hausaufgabengesetz. Da muss ich alle enttäuschen! Eine angemessene Arbeitszeit hängt vom Alter ab. Für Grundschüler gilt: 10 Minuten alleine Hausaufgaben machen, ist besser als eine Stunde mit den Eltern zu lernen. Ab der 5./6. Klasse kann bis zu eine Stunde okay sein. Am besten wäre generell, wenn Hort-Kinder ihre Schularbeiten dort erledigen könnten. Ab 16 Uhr sind die Schüler zu erschöpft, um sich auf die Hausaufgaben konzentrieren zu können. Nach dem Mittagessen und einer wirklich kurzen Erholungspause sollte es mit den Hausaufgaben auch gleich losgehen, damit man die Freizeit danach genießen kann.

Ist es günstig, mit anderen Kindern zusammen die Hausaufgaben zu erledigen?

Ja, es ist gut, sich zum Lernen zusammenzuschließen. Aber Vorsicht: der Partner muss nicht die beste Freundin oder der Kumpel von Nebenan sein. Besser ist es manchmal, sich mit jemandem zu verbünden, der stark in einem Fach ist, das man nicht beherrscht und umgekehrt. Außerdem empfehle ich, von Anfang an feste Lernzeiten auszumachen, sich z.B. zwei mal in der Woche um die gleiche Uhrzeit zu treffen.

Sollten Eltern Hausaufgaben verbessern? In welchem Maße ist Einmischen erlaubt?

Es ist generell besser, wenn das Kind die Hausaufgaben ohne Einmischung von außen abgibt, damit der Lehrer die Schwächen erkennt und daran arbeiten kann. Wenn sich der Schüler aber wünscht, dass die Eltern mit ihm die Fehler vorher ausbügeln, dann würde ich darauf eingehen.

Wie wichtig ist es für Kinder, dass die Lehrerin/ der Lehrer die Hausaufgaben kontrolliert?

Klar möchten die Kinder für die Mühe und den Fleiß wertgeschätzt werden. Ich würde mir wirklich wünschen, dass die Lehrer die Zeit hätten, sich die Hausaufgaben sorgfältiger anzuschauen. Lieber weniger aufgeben, aber sich dafür etwas kreatives ausdenken und dann die Arbeiten aufmerksam durchsehen. Das wäre ein enormer Fortschritt, der auch die Selbstständigkeit der Kinder befeuern würde.

So gelingen Hausaufgaben:

  • ein aufgeräumter Schreibtisch oder zumindest eine große freigeschaufelte Schreibfläche hält Ablenkung fern
  • Licht von links bei Rechtshändern und von rechts bei Linkshändern
  • für frische Luft sorgen
  • vorher kein Fernsehen schauen, damit das Gehirn nicht schon ermüdet
  • am besten schwere Hausaufgaben zuerst erledigen
  • keine Pausen machen, sondern zügig durcharbeiten

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