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Interview mit Swantje Goldbach in der WiLa-Arbeitsmarkt

16.10.2013

Der Wissenschaftladen Bonn veröffentlichte in der Ausgabe 39/2013 seiner Zeitschrift "ARBEITSMARKT BILDUNG KULTUR SOZIALWESEN" ein Interview mit unserer pädagogischen Leiterin Swantje Goldbach zum Thema Nachhilfe.

INTERVIEW

Mit der Bildungsexpertin und Lernwerk Leiterin Swantje Goldbach sprach Jan Hinnerk Roloff.

arbeitsmarkt: Welches Profil sollte ein guter Nachhilfelehrer mitbringen?

Swantje Goldbach: Zum einen soll er mindestens in einem Fach, zum Beispiel Mathematik, sehr gute Kenntnisse besitzen. Zum anderen muss er selbst an diesem Fach Freude haben und diese auch vermitteln können. Wenn er nicht durch eine Nachhilfeeinrichtung speziell geschult wird, braucht er gute didaktische Kenntnisse und Methoden, um sein Fach zu unterrichten. In einem Lehrgang zum geprüften Nachhilfelehrer, zum Beispiel bei TutorWatch.de werden unter anderem wichtige Lernvoraussetzungen, Erklärungen für guten Unterrichtsaufbau mit Methodenvielfalt und No-gos für Nachhilfelehrer vermittelt und geprüft.

Was leistet gute Nachhilfe?

Gute Nachhilfe baut den nicht verstandenen Unterrichtsstoff immer von der Basis her auf, damit der Schüler Hilfe zur Selbsthilfe erhält. Hausaufgabenbetreuung und das ausschließliche Herumdoktern am aktuellen Stoff ohne die Grundlagen mit zu bearbeiten führt in die Abhängigkeit, und kein guter Nachhilfelehrer sollte dies tun. Liegen beim Kind große psychologische Probleme vor, so sind in den meisten Fällen die Grenzen von Nachhilfe erreicht.

Wie sieht eine gelungene Nachhilfeeinheit aus?

Eine gute Nachhilfeeinheit hat einen klaren Aufbau. Man beginnt mit einer spielerischen Wiederholung, dann folgt der neu einzuführende Stoff, der über alle Sinne eingespeichert wird. Zum Schluss des Unterrichts wird das neu erworbene Wissen gefestigt. Ein Schüler sollte in jeder Unterrichtseinheit aktiv sein und selber sprechen. Kann Nachhilfe Ihrer Ansicht nach sinnvoll und auskömmlich als Hauptberuf ausgeübt werden? Die meisten Nachhilfelehrer üben ihre Tätigkeit im Nebenerwerb aus, zum Beispiel neben dem Studium. Wenn man den Beruf hauptberuflich ausüben möchte, sollte man sich mit dem Gedanken beschäftigen, als Institutsleiter einer Nachhilfeschule zu arbeiten. Dieses kann man entweder als Franchisenehmer oder als angestellter Filialleiter. Die Qualität der Ausbildung ist allerdings sehr unterschiedlich und reicht von kurzen Seminaren bis hin zur acht-monatigen Traineelaufbahn zum Filialleiter.

Wie sind die Berufsaussichten für Nachhilfelehrer aus Geistes- und Naturwissenschaften?

Die Jobchancen sind im Allgemeinen sehr gut. Besonders für Lehramtsstudierende ist ein Nachhilfejob im Studium sehr sinnvoll. Diese praktische Erfahrung schult das didaktische Geschick und hilft, gute Erklärungsmodelle für das eigene Unterrichtsfach zu finden. Man kann davon ausgehen, dass Studierende, die lange Unterricht gegeben haben, gerade im Referendariat besonders gut abschneiden werden.

Welche guten Beispiele für die Zusammenarbeit von Schulen und Nachhilfeinstituten bzw. -programmen kennen Sie?

Durch die Bundesregierung gibt es eine Kooperation zwischen Schulen und Nachhilfeeinrichtungen bzw. Nachhilfelehrern im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes. Dies ermöglicht Kindern aus sozial schwächeren Familien, Nachhilfe zu bekommen. Besonders gefragt sind hier die Fächer Mathe und Deutsch. Beim Bildungs- und Teilhabepaket findet der Nachhilfeunterricht in Kleingruppen in den Räumlichkeiten der Schule statt.

Welche Rolle spielt das Internet für die Nachhilfe, Stichwort Online-Angebote?

Es gibt verschiedene Online-Angebote. Am meisten genutzt werden Lernvideos (zum Beispiel www.oberprima.com) und Online-Nachhilfe (zum Beispiel www.lernwerk.de). Man sollte diesen Unterricht nur nehmen, wenn der Lehrer in einem Institut arbeitet und von dort die Nachhilfe gibt. Das Gleiche gilt auch, wenn man Online-Nachhilfe anbieten möchte. Dieses sollte man keinesfalls in unprofessioneller Umgebung und Kleidung tun.

Der ganze Artikel auf den Seiten des WiLa Bonn