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Die fiese Fünf in Kunst: Swantje Goldbach zum Zwischenzeugnis

27.01.2010

In der Berliner Zeitung geht die Lernwerk-Expertin auf Fragen rund zum Zwischenzeugnis ein und erklärt, was Eltern tun können, um ihr Kind zu unterstützen.

 

Die fiese Fünf in Kunst

Zwischenzeugnisse geben potenziellen Ausbildern Aufschluss über das Profil ihrer Bewerber

Kirsten Niemann

Das erste Schulhalbjahr ist gelaufen, bald gibt es Zeugnisse. Wir sprachen mit Swantje Goldbach, Gründerin und pädagogische Leiterin der Reformnachhilfeschule Lernwerk in Berlin und Potsdam über Bedeutung und Aussagekraft des Zwischenzeugnisses. Frau Goldbach, warum ist das Ergebnis der Zwischenzeugnisse so wichtig?

Die Noten fließen ein in das Gesamtjahreszeugnis. Das Zwischenzeugnis, vor allem der zehnten Klasse, ist besonders wichtig, weil es in die Bewerbungsunterlagen für einen Ausbildungsplatz gehört. Das will sich der potenzielle Chef garantiert anschauen.

Ist eine Fünf in Mathe das größte Übel?

Das größte Übel ist natürlich eine Sechs. Aber wenn man sich nicht gerade um einen kaufmännischen Beruf bemüht und die Fünf in Mathe der einzige Ausreißer eines sonst ordentlichen Zeugnisses ist, drücken künftige Arbeitgeber in der Regel ein Auge zu. Schüler, die eine weitere Schulkarriere im Auge haben, dürfen eine Fünf nicht unterschätzen. Denn eine Fünf ist ansteckend! Ist ein Schüler oder eine Schülerin einmal ins Visier eines Lehrers geraten, findet sich schnell ein zweiter, der ebenfalls eine Fünf austeilt.

Welches sind die wichtigsten Noten?

Wer Medizin studieren will, muss durchgehend eine sehr gute Punktezahl haben, um den Numerus Clausus zu erreichen. Ansonsten ist es hilfreich, wenn die persönlichen Stärken durch die Noten ablesbar sind.

Worauf achten Personalleiter besonders, wenn sie Zeugnisse lesen?

Interessanterweise schaut sich ein routinierter Personalchef das Zeugnis von unten nach oben an. In der letzten Zeile werden die Fehlstunden aufgelistet. Wer oft unentschuldigt fehlt, erhält seine Unterlagen schnell zurück. Die Nebenfächer sind wichtiger, als man denkt. Auch eine Fünf in Kunst kann der Grund für eine Absage sein. Sie besagt: Der Schüler hat sich nicht im Griff!

Was können Eltern praktisch tun?

Das Kind muss das Lernen in die eigenen Hände nehmen, um erfolgreich zu sein. Familien können die beste Unterstützung geben, wenn sie das Zuhause als Ort der Bestätigung, als sicheren Hafen verstehen und nicht als verlängertes Klassenzimmer. Ständige Hausaufgabenkontrolle bringt nichts. Besser -auch für die Schulkarriere -ist es, wenn Eltern die Persönlichkeit des Kindes stärken.

 

Originalartikel der Berliner Zeitung