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Berliner Morgenpost: Schulwechsel - So geht es für Berlins Sechstklässler weiter

20.01.2009

Bildung

Schulwechsel: So geht es für Berlins Sechstklässler weiter

Montag, 19. Januar 2009 03:01  - Von Florentine Anders

Für mehr als 25 000 Sechstklässler steht jetzt die Entscheidung an, welche Oberschule sie nach den Sommerferien besuchen. Der Anmeldezeitraum liegt zwischen dem 2. und 13. März.

Für einige Schulen gibt es eine vorgezogene Anmeldefrist vom 10. bis zum 18. Februar; dazu gehören die Gemeinschaftsschulen, Sportschulen und auch die Staatlichen Europaschulen.

Die Eltern müssen jetzt entscheiden, ob sie eine Gesamtschule, Realschule, Hauptschule, Gemeinschaftsschule oder ein Gymnasium für ihr Kind wählen. Entscheidungshilfe ist die Bildungsgangempfehlung, die die Lehrer der Grundschule den Kindern am 30. Januar zusammen mit den Halbjahreszeugnissen geben werden.

Wesentliche Grundlage für die Empfehlung sind die Halbjahresnoten der sechsten Klasse und das Zeugnis der fünften Klasse.

Mit der angekündigten Reform der Schulstruktur sind die Eltern jedoch mehr verunsichert als ohnehin schon bei der Schulwahl. Möglicherweise ist es der letzte Jahrgang, der überhaupt eine Bildungsgangempfehlung bekommt. Denn wenn Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen zusammengelegt werden, erübrigt sich die Empfehlung der Grundschulen.

Für die Gymnasien soll der Zugang dann wahrscheinlich über einen Test geregelt werden. Doch die Details stehen noch nicht fest. Soll man sich dann überhaupt noch nach den Empfehlungen richten?

Man sollte den Lehrern vertrauen

"Auf jeden Fall", sagt Thomas Duveneck von der Schulverwaltung. Die Empfehlungen würden das Leistungsvermögen gut wiedergeben. "Die Eltern können dem pädagogischen Sachverstand der Lehrer vertrauen", so Duveneck. Mit der Einbeziehung der Noten der fünften Klasse sei zudem gewährleistet, dass nicht nur ein punktueller Leistungsstand ausschlaggebend sei. Neben den Noten würden auch Kompetenzen in die Empfehlung einfließen.

Letztlich ist es aber den Eltern überlassen, welche Schulart sie wählen. Sind Plätze frei, müssen die Schulen dem Elternwunsch entsprechen. Selbst mit einer Hauptschulempfehlung können Eltern also ihr Kind am Gymnasium anmelden.

Swantje Goldbach, Leiterin des Nachhilfeinstituts Lernwerk, rät davon allerdings eher ab. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei einer verkannten Hochbegabung, sei das zu empfehlen. Das Lernwerk bietet auch ausführliche Beratungen von Eltern beim Schulwechsel. Die Nachfrage sei enorm, sagt Swantje Goldbach.

Wenn Eltern nicht der Empfehlung folgen und stattdessen eine höhere Schulart wählen wollen, rät die Expertin, drei Fragen zu beachten. Ist das Kind nur mithilfe der Eltern in der Lage, die Schulaufgaben zu bewältigen? Braucht das Kind lange für seine Hausaufgaben? Wie reagiert das Kind unter Druck - ist es wenig belastbar?

Sollte einer dieser Punkte zutreffen, sei eher abzuraten von der höheren Schulform, so die Faustregel. Wenn Eltern unsicher sind, können sie eine Gesamtschule wählen. Hier können die Schüler alle Abschlüsse machen, ohne die Schule nach dem Probehalbjahr wechseln zu müssen.

Jede Schule hat ihr eigenes Profil

Doch mit der Schulform ist noch lange nicht geklärt, welche Einrichtung die passende ist. Die Annahme, dass die Schule nebenan schon die richtige sein wird, ist längst überholt. Heute hat jede Oberschule ihr besonderes Profil. Die eine ist naturwissenschaftlich ausgerichtet, die andere sprachlich, die nächste ist kunst- oder sportbetont.

Die angebotene Sprachenfolge und das Profil sollten die wichtigsten Kriterien für die Eltern bei der Schulwahl sein, rät Swantje Goldbach. Allerdings sollte der Anfahrtsweg im Rahmen bleiben und auch von den Schülern allein bewältigt werden können.

Sollten mehr Schüler an einer Schule angemeldet werden als Plätze vorhanden sind, gelten für die Schulämter folgende Auswahlkriterien in abgestufter Rangfolge. An erster Stelle stehen die angebotenen Fremdsprachen. Wichtig ist, dass die Schüler die begonnene Fremdsprache fortführen können. An zweiter Stelle folgt das Profil. Mathetalente beispielsweise haben an einer mathematikbetonten Schule Vorrang. An dritter Stelle folgt die Übereinstimmung mit dem Schulprogramm. Erst an vierter Stelle kommt die Bildungsgangempfehlung, und an letzter Stelle steht die Wohnortnähe.

Der Schulweg kann entscheidend sein

Wenn Eltern allerdings vor Gericht einen Platz an einer bestimmten Schule einklagen, wird der Schulweg als entscheidendes Kriterium herangezogen, da die anderen Kriterien zu weich sind und auf viele Schüler gleichzeitig zutreffen können.

Mehr Anmeldungen als vorhandene Plätze gibt es in jedem Jahr für die grundständigen Gymnasien ab der fünften Klasse. Viele Eltern trauen der Grundschule nicht zu, dass ihre Kinder in der fünften und sechsten Klasse optimal gefördert werden. Tatsächlich fehlen an der Grundschule oft die qualifizierten Fachlehrer, wie es sie am Gymnasium gibt. Für Schüler, die bereits nach der vierten Klasse wechseln wollen, gilt ein früherer Anmeldezeitraum.

An grundständigen Gymnasien, an denen die Schüler einen leistungsorientierten Test absolvieren müssen, müssen die Kinder vom 26. bis zum 30. Januar oder nach den Winterferien vom 9. bis 12. Februar angemeldet werden. Für die sogenannten Schnellläuferklassen für besonders begabte Schüler findet am 14. Februar an den jeweiligen Gymnasien ein einheitlicher Eignungstest statt. Für Schulen ab Klasse fünf ohne Test, in der Regel altsprachliche Gymnasien, ist die Anmeldung vom 23. Februar bis 6. März fällig.

In den kommenden Tagen bieten alle weiterführenden Schulen Tage der offenen Tür an, damit sich die Eltern über das besondere Profil und über das Klima an der jeweiligen Schule informieren können. Lehrer stehen zur Beratung der Eltern bereit und geben außerdem Einblicke in die verschiedenen Fachbereiche.